Wir alle verbringen in den letzten Monaten vermehrt Zeit in Videokonferenzen. Zoom, Teams, Meet, Whereby und Co. helfen uns dabei mit fast wöchentlichen neuen Features, die Videocalls so smooth wie möglich zu gestalten.

Bloss: wirklich Spass machen die Videosessions nicht.

Die Welt ist ein Grid

Das hängt daran, dass sie alle immer gleich ablaufen und aussehen. Zuerst hadern wir mit Mikrofonen und Videokameras (meist der einzige Spassmoment) und wenn dann mal alle online sind, dann starren wir stundenlang auf dasselbe Grid. Die Hintergründe der einzelnen Personen sind teils gewollt neutral, teils unglücklich im Gegenlicht, oft mit langweiligen Bücherwänden gefüllt.

Bisweilen erinnern mich diese Grids an eine geliebte TV-Show meiner Kindheit – bloss eben mit weniger Spass.

Schon die Muppets präsentierten sich im Grid (Quelle: Muppet-Wiki)

Heute drum zwei Tipps, wie man seine eigene Bildschirmpräsenz für andere etwas aufpeppen kann.

Tipp 1: OBS-Stream

Open Broadcaster Software (aka OBS) ist eine beliebte und kostenlose Software, um das Live-Video-Bild anzureichern.

In OBS richtet man sogenannte Szenen ein. Eine Szene vereint beliebig viele verschiedene Elemente. Neben dem eigentlichen Videobild kann man Hintergrundgrafiken einfügen, kann Präsentationen laufen lassen, kann Schriften, Grafiken oder Webseiten einblenden, … der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Natürlich kann man auch mehrere solcher Szenen vorbereiten und dann per Tastaturkürzel zwischen den Szenen wechseln.

Der OBS-Stream lässt sich in jedem Videocall wie eine normale Kamera auswählen und anzeigen.

Tipp 2: mmhmm

Weil OBS dann letztlich aber doch etwas Einarbeitung und Eingewöhnung braucht, gibt es ganz neu eine Software, mit der man sofort loslegen kann.

mmhmm

Mit mmhmm bekommt man die eigene Bühne ganz bequem vorkonfiguriert. Man kann einen passenden Hintergrund wählen, als Stillleben oder auch animiert. Sich selbst kann man über die Webcam auf der Bühne platzieren – automatisch freigestellt oder in einem Rahmen. Optimalerweise hat man einen Greenscreen, es geht aber auch ohne ganz gut.

Die Szene lässt sich in mmhmm einfach und schnell einrichten.

Der Clou ist, dass man zwischen sich selbst und dem Hintergrund noch ein weiteres Fenster platzieren kann. In diesem Fenster kann man Bilder, Animationen oder Videos ablaufen lassen. Das Fenster kann auch Powerpoint-Präsentationen aufnehmen oder Dokumente anzeigen. Oder man blendet in diesem Fenster gar das Livebild eines Smartphones oder Tablets ein.

Der Clou besteht darin, dass man mit Tastaturkürzeln die Bühne live verändern kann. Mal kommt der Einspieler als Vollbildschirm in den Vordergrund, mal nehme ich diesen Raum in voller Grösse ein.

Das ist alles sehr intuitiv und macht ganz einfach Spass. Ich sehe hier grosses Potenzial in der Bildung, wenn Coaches ihre Präsentationen attraktiv darbieten wollen.

Wie bei OBS kann man mmhmm in Zoom und Co einfach als virtuelle Kamera auswählen und so das Bild in die Videokonferenz einbinden.

mmhmm ist definitiv eine Empfehlung. Ich durfte das Tool schon in der Beta-Phase ausprobieren. Nun ist es für Mac offiziell erhältlich. Eine Windows-Version wird folgen. Mehr Informationen gibts hier.

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