Apple bereitet den Herbst mit einer neuen Runde iOS vor. Die 14. Runde, um genau zu sein. Seit Montag ist für Developer die Beta nutzbar. Das finale System kommt üblicherweise Ende September, anfangs Oktober auf den Markt.

Neuigkeiten gibt es viele, eine hat mich wirklich geflasht: Scribble kommt aufs iPad! Für alle, die sich jetzt fragen, was Scribble ist? Ganz einfach: Handschriftenerkennung. bzw. Handschrift-zu-Text-Konvertierung. Ich kann mit dem Apple Pencil einfach was von Hand schreiben und das iPad macht daraus Text.

Kennt Ihr noch Apples Newton?

Seit ich mein erstes iPad in Händen gehalten habe, wünschte ich mir, nein, wusste ich, dass Apple die Handschriftenerkennung bringen wird! Es hat nun zugegebenermassen lange gedauert. 22 Jahre nach dem Ableben des legendären Apple Newtons (welcher die Handschriftenerkennung beherrschte wie kein anderes Gerät) erblickt die Technologie erneut das Licht der Welt.

Freilich unter ganz anderen Bedingungen: das iPad als Schreibfläche, den Pencil als Schreibwerkzeug und die Power eines modernen Betriebsystems sind eine ganz andere Dimension. Auf der Apple Watch gibt es Scribble übrigens schon länger – für mich ist es da sogar die bevorzugte Eingabemethode, wenngleich das kleine Display und mein klobiger Finger nicht die ideale Werkzeugcombo darstellen.

Back to the future

Nun kann man also in der aktuellen Beta von iOS 14 ausprobieren, wie Scribble funktioniert. Betreibt man sein iPad in der englischen Oberfläche (oder in der chinesischen), dann macht sich Scribble bemerkbar, wenn man zum ersten Mal den Pencil mit dem iPad verbindet oder ihn anheftet.

Nun muss man den Pencil nicht mehr weglegen. Wie immer kann man damit Icons antippen, kann Apps damit bedienen und kann zeichnen: filigran und intuitiv wie immer.

Neu kann man aber auch einfach schreiben. Und zwar völlig egal, wo man sich grad befindet. Will man in Safari eine URL eingeben? Einfach in die Adressleiste schreiben. Will man eine Mail verfassen? Einfach den Text mit dem Pencil hinschreiben. Eine App suchen und öffnen? Suche starten, App-Name hinschreiben, aufs Icon klicken, läuft.

iOS 14 konvertiert – egal wo – die Handschrift augenblicklich zu «getipptem» Text. Die Tastatur braucht es so nicht mehr. Macht man einen Fehler, dann schrubbert man den umgesetzten Text einfach schnell mit dem Pencil durch und er verschwindet. Text auswählen? Kreis drum zeichnen und schon ist der Text in der Zwischenablage.

Das ist einfach und intuitiv. Handschriftenerkennung können bestimmte Apps schon lange (GoodNotes, Nebo, etc. ). Auch andere Geräte wie Windows-Tablets oder Android-Phones können das schon lange.

So elegant, natürlich und einfach hat es erst Apple hingekriegt. It just works!

Auch in Deutsch?

Nun kommt das grosse ABER: vorerst funktioniert Scribble nur in Englisch und Chinesisch. Über andere Sprachen liegen (mir) noch keine Informationen vor. Ich gehe aber davon aus, dass mit Start der definitiven Version von iOS 14 auch andere Sprache vorliegen werden. Zumindest ist auch in der deutschen Oberfläche im Pencil-Setting das Stichwort «Kritzeln» schon vorhanden.

Mit einem kleinen Trick kriegt man Scribble auch jetzt schon in einer deutschen Umgebung zum Laufen. Man muss das iPad dazu in den Regionalsettings einmalig auf Englisch umstellen. Dann kann man Scribble einrichten und gleich mal ausprobieren.

Danach stellt man das iPad einfach wieder auf Deutsch um. Die Scribble-Einstellungen bleiben erhalten.

Was meint ihr? Revolutionär oder oller Kaffee?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.