Achtung, Disclaimer: ich bin unzufrieden und ich muss Frust ablassen. Grund für meinen Ärger: die Dropbox. Das gibt also ein etwas längeres Elaborat und wer sich das nicht antun will, der darf jetzt getrost weiterklicken und zum Beispiel etwas Konstruktives lesen.

Für alle anderen, die noch da sind: lasst mich meine Geschichte erzählen.

Dropbox – das ist eine App und Firma, die fast als Synonym für die Cloud steht. Dropbox hat gezeigt, wie Cloud-Synchronisation zu funktionieren hat.

Gutes

Es gibt auf dem lokalen Gerät einen Ordner. Alles, was man da reinschmeisst, wird automatisch in die Cloud gepustet und steht auf allen anderen Geräten augenblicklich zur Verfügung. So einfach ist das. Und so zuverlässig, wie das andere Cloud-Dienste lange nicht hingekriegt haben.

wird besser?

Nach und nach kamen weitere Funktionen hin zu. Man konnte Dateien mit anderen teilen, man konnte Fotos in die Cloud kopieren und darstellen, man konnte Daten selektiv synchronisieren. All diese neuen Funktionen machten die App bloatiger und mächtiger – auch im Ressourcenverbrauch. Startet man einen Mac inklusive automatischem Start der Dropbox, dauert das locker mal doppelt so lange. Schaut man auf den Ressourcenverbrauch, dann holt sich die Dropbox-Synchronisation locker immer mal wieder den ersten Platz – wenn man gerade mal kein Adobe-Programm offen hat.

Shoot, Sync, Cut, Share

Dropbox wird nun aber noch besser – sagt zumindest Dropbox: es werden Apps direkt integriert. Man kann schon länger direkt aus der Dropbox Dateien in Office öffnen und editieren. Oder PDFs bearbeiten. Neu kommt eine Anbindung zu Adobe Premiere Rush: damit kann man Videodateien in die Dropbox legen und sofort bearbeiten.

Durchaus witzig auch die Verbindung zu otter.ai. Man legt Audioaufnahmen einfach in einen Ordner und schon wird daraus in der Cloud eine Transkription angelegt. Mit der Integration von Simon Says wird diese Transkription dann gleich auch wieder mit der Videodatei verbunden. Videomenthe sorgt hingegen dafür, dass Untertitel auch gleich noch übersetzt werden. Und zuguterletzt verbessert Curio die Volltextsuche in der Dropbox.

Äh, Moment…

Volltextsuche? Ich hab doch auf meinem Mac seit Jahren Spotlight. Da wird auch die Dropbox laufend indiziert und ich hab bisher immer alles schnell und zuverlässig gefunden.

Und das mit dem Videoediting: schon mal ein 4K-Video in die Cloud gepustet? Das ist selbst mit Glasfaser eine Pain. Das ganze Transkribier-Zeugs nützt mir wenig bis gar nichts, denn ich muss es ja dann doch immer nochmals kontrollieren und vielleicht sogar mühsam wieder editieren. Zudem kosten all diese Dienste dann ja nochmals zusätzlich.

A propos Kosten

Ach ja, und dann war da ja noch was: Dropbox verändert einfach mal schnell seine Abos. Natürlich nach oben. Als Plus-User hab ich eines Tages einfach mal die Mail bekommen, dass ich in Zukunft pro Jahr 20 Franken mehr abdrücken darf. Dafür bekomme ich 2 statt 1 TB Speicherplatz. Und ein paar der neuen Funktionen.

Brauch ich nicht

Mein Problem ist: ich brauch das alles nicht. Meine Dropbox war schon bei 1TB nur rund zu 20% gefüllt. Wohlgemerkt vor allem mit Cloud-Backups von diversen WordPress-Installationen. Die neuen Funktionen? Sind mir schnurz. Aber ich muss trotzdem mehr bezahlen, denn ein kleineres Abo gibts nicht und das kostenlose Angebot ist dermassen eingedampft, dass man es praktisch gar nicht brauchen kann.

Und zum Schluss noch dies

Und nun kommt der Gipfel: gestern morgen starte ich meinen Mac und im Dock erscheint plötzlich ein Dropbox-Icon. Ok, denke ich – klickste halt mal drauf. Meine Überraschung war einigermassen gross, als sich beim Anklicken die Dropbox in einer eigenen App öffnet. Quasi ein Finder im Finder. Wohlgemerkt: ohne echten Zusatznutzen. Einfach meine Dropbox. Weg damit. Bloss, das geht nicht! Lässt sich nicht deaktivieren. Aus dem Dock rausschmeissen? Beim nächsten Neustart ist das Ding wieder da.

Na Servus. Das liebe ich. Und offenbar bin ich nicht der einzige. Der Rant im Web war und ist gross. Dropbox schwafelt jetzt irgendwas von «hätte nur Beta-Testern zur Verfügung gestellt werden sollen», bleibt aber bei der Strategie: Die Dropbox soll zum zentralen Arbeitsplatz werden.

Ich bin (wahrscheinlich) raus

Liebes Dropbox-Team: raus aus dem Elfenbeinturm. Fragt mal die User und wenn ihr mir zehn User findet, die das auch wollen, dann nehm ich meinen Rant zurück. Ich bin mir aber sicher: das will nun wirklich gar niemand. Ich hab schon einen Arbeitsplatz und da will ich einfach einen Sync-Ordner. Nicht mehr, nicht weniger. Falls ihr das bis Herbst nicht hinkriegt, dann bin ich raus aus der Nummer. Denn Apple hat ja nun bei der iCloud eeeeeendlich auch kapiert, was User wollen: einen simplen Sync-Ordner.

Nicht mehr und nicht weniger!

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