Nachdem Videocalls in den letzten Monaten zum gängigen Mittel der synchronen Kommunikation geworden sind, stellt sich die Frage, wie es nun weitergeht. In den nächsten Wochen und Monaten wird ein Shift zurück in die «alte» Arbeitswelt stattfinden. Wir sind gefordert, in allen Aspekten zu entscheiden, was wir aus der Homeoffice-Zeit mitnehmen möchten und wie wir unsere Arbeit in Zukunft gestalten möchten.

Back to normal

So auch bei den Videocalls. Deren Bedeutung wird nun wieder abnehmen, man «muss» nicht mehr alles in Videocalls erledigen. Man darf sich wieder physisch treffen, die Gefahr der «Zoom-Fatigue» ist erst mal gebannt.

Ich habe mir letzthin eine Keynote von Phil Libin angeschaut, dem Founder von mmhmm und früheren CEO von Evernote. Er hat eine für mich wichtige Aussage gemacht. Sinngemäss sagt er, dass wir in Zukunft nicht mehr Zeit in Videocalls verbringen MÜSSEN. Vielmehr nutzen wir Video nur noch, weil wir es WOLLEN.

Vorteile von Video nutzen

Das leuchtet mir ein. Haben wir nicht alle diese Momente erlebt, wo wir uns eingestehen mussten, dass wir jetzt im Videocall wesentlich effizienter und effektiver waren als in einem Präsenz-Meeting? Weil der Call sachlicher, kompakter, zielgerichteter war? Haben wir nicht alle an Webinaren teilgenommen, die wir in Präsenz nicht besucht hätten, weil die Anreise schlichtweg nicht möglich gewesen wäre? Gab es nicht diese Momente, in denen wir froh waren, dass wir ein Webinar auch im Nachhinein als Aufzeichnung anschauen konnten? Und waren wir nicht froh, dass wir ganz gezielt die wichtigen Stellen aussuchen und die unwichtigen Passagen skippen konnten?

Das Medium Video hat viele Vorteile. Die Verbindung von Bild, Ton und Story bleibt uns buchstäblich gut in Erinnerung. Die asynchrone Nutzung führt zu mehr Freiheit in der Arbeitsplanung – ich kann ein Video dann anschauen, wenn ich den Kopf dafür freihabe. Und: ein Video bleibt gespeichert und kann jederzeit

Flipped Meetings

Ich persönlich fände es gut, wenn die asynchrone Kommunikation per Video ein fixer Bestandteil unserer Arbeitswelt bleiben würde. Und ich wiederhole eine Forderung, die ich schon vor Corona geäussert hatte: Lasst uns vermehrt Flipped Meetings machen. Nutzen wir unsere Meetings doch in Zukunft ausschliesslich zur Diskussion, zur konkreten Arbeit an Fragestellungen in Kleingruppen, zum Brainstorming, zum Co-Working.

Die Sequenzen, in denen jemand minutenlang mit Slides bewaffnet in den Raum spricht und «Wissen» vermittelt, können wir auslagern. Diese Inputs kann man als Video vorproduzieren. Alle Sitzungsteilnehmer:innen schauen sich die Videos im Vorfeld an, notieren sich Fragen und wichtige Punkte und bereiten sich auf die bekannte (!) Fragestellung des Meetings vor. Da werden dann die Inhalte nicht mehr wiederholt, sondern es wird direkt weiter gearbeitet.

which tool?

Es gibt diverse Tools, mit denen man solche Vorbereitungsvideos erstellen kann. Am einfachsten: Smartphone aus der Tasche nehmen, Videokamera einschalten und eine Story aufnehmen.

Oder man nutzt Loom – ein Tool, um schnell und unkompliziert Videobotschaften aufzunehmen und dann auch gleich einem bestimmten Nutzerkreis zur Verfügung zu stellen.

Eine weitere App-Empfehlung wäre eben mmhmm, eine App, die diesen Aspekt von Videokommunikation in Zukunft sogar noch fokussieren wird. Auch da wird die Distribution der Videos bereits eingebaut sein und der Player wird einfaches Skippen, Kapiteleinteilungen, Speedkontrolle und sogar Interaktivität ermöglichen.

Nicht zuletzt sei hier auch Office 365 erwähnt, wo man Videos ganz einfach über Stream bzw. Sharepoint verteilen kann.

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