Als digitaler Nomade habe ich vor Jahren nach einer Form gesucht, mit der ich ein Wissensarchiv anlegen kann. Damals war die Auswahl an Programmen noch nicht ganz so gross und Evernote hatte sich grad ganz frisch auf den App-Markt begeben. Nun, ich hab’s ausprobiert und bin seither geblieben.

Tatsächlich findet sich in meinem Evernote-Archiv inzwischen ein grosser Teil meines gesammelten Wissens. Ich clippe wichtige Artikel, die mir im Netz begegnen, recherchiere gezielt zu Themen und baue dann in Evernote entsprechende Sammlungen auf. Irgendwann hab ich meine Browserbookmarks aufgegeben und die Favoritensammlung komplett in Evernote mirgriert. Mit dem Vorteil, dass ich mir zu jedem Bookmark auch noch einen Kommentar ablegen kann.

Evernote, mein digitales Hirn

In Evernote finden sich aber auch Rezepte, Restaurant-Tipps, Shopping-Ideen und Buchrezensionen. Und nicht zu vergessen: Diverse Checklisten, etwa für das Packen meiner Koffer vor einer Reise oder auch eine Liste mit dem Inhalt meiner diversen Technikkisten, die zuhause im Keller stehen.

Kurzum: Evernote dient mir als digitales Hirn, das ich täglich mit Wissen füttere und in dem ich das gespeicherte Wissen auch leicht wieder finde. A propos Finden: in Evernote funktioniere ich ganz nach dem Prinzip «Suchen statt Ordnen». Ich habe genau ein Notizbuch, darin befinden sich tausende von Notizzetteln. Bei jeder Notiz, die ich ablege schreibe ich ein paar Keywords und einen kurzen Kommentar hinzu. So finde ich alles. Schnell und einfach.

Was ich an Evernote mag

Was ich an Evernote nicht mag

OneNote, das Notizbuch für zwischendurch

Seit ich parallel zu meiner Mac-Welt auch noch mit einem Surface Tablet unterwegs bin, habe ich begonnen, OneNote als Notizen-App zu verwenden. Soweit bin ich da ganz ordentlich zufrieden und OneNote ist inzwischen mein Cross-Plattform-Notizbuch. Zwar finde ich die apple-eigene Notiz-App eigentlich noch besser, aber die läuft halt nur im Apple-Universum. Und auf Windows 10-Geräten ist OneNote wirklich vorbildlich eingebettet. Aber eben: OneNote ist nur das schnelle Notizbuch. Mit vielen temporären Notizen, die schnell auch wieder gelöscht werden. Manchmal, aber nicht immer schaffen es Notizen aus OneNote ins persistente ewige Evernote-Wissensarchiv.

Was ich an OneNote mag

Was ich an OneNote nicht mag

Struktur oder Schlagworte?

Grösstes Manko bei OneNote bleibt für mich aber die Ordnungsstruktur: die strenge Hierarchie von Notizbüchern, Abschnittsgruppen, Abschnitten und Seiten ist mir zu starr. Da muss ich zuviel Zeit investieren. Zumal es so auch schwierig wird, eine Information in mehrere Kontexte zu setzen. Da ist ein Schlagwortsystem wie in Evernote einfach wesentlich schneller und flexibler. Inzwischen hat sich in Evernote eine recht unübersichtliche Menge an Schlagworten angesammelt, das stört mich aber nicht. Ab und zu gehe ich die Schlagwortliste durch und räume ein wenig auf. Ich hab übrigens auch keine Mühe, von Beginn weg die passenden Schlagworte zu finden, da im Clipper immer die bestehenden Tags vorgeschlagen werden, sobald ich mit der Eingabe eines Schlagworts beginne.

Nun macht dieses System nicht jeden glücklich. Aus meiner Erfahrung spaltet sich die Usergemeinde in Evernote-Fans und OneNote-Fans. Das entscheidende Kriterium ist dabei, wer seine Gedanken gerne wie ordnet: schnell, unkompliziert und vielleicht auch ein wenig unkontrolliert mit Schlagworten (Evernote) oder klar strukturiert und daher durch einfaches Browsen sofort auffindbar (OneNote).

Mein Tipp

Probiert beides aus. Von beiden Progis gibt es Gratis- und Testversionen. Die beiden Programme bieten grundsätzlich sehr Ähnliches und sind mächtige Wissenssammler und -speicher. Ob Text, Bild, PDF, Link, Audio oder Video. Alles ist schnell und unkompliziert in den Apps drin abgelegt. Danach kommt es halt ein wenig drauf an, was man mit den Notizen machen und wie man sie ordnen will. Und eines sei auch noch gesagt: wenn man sich für eines der beiden Systeme entschieden hat, dann bleibt man da. Eine Migration ist zwar möglich, aber sehr aufwändig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.