Ich schätze, im letzten Jahr haben wir alle gelernt, wie man in Videocalls und Live-Streamings eine einigermassen gute Figur macht. Nun haben wir 2021 und damit wollen wir unsere Skills ein wenig erweitern.

Basics

Nehmen wir den einfachsten Fall: ihr habt euren Laptop und müsst ohne weiteres Zugemüse in einen Videocall. Ihr nutzt also die eingebaute Videocam und die eingebauten Miks. Dieses Setting ist nicht schlecht, aber man kann es jederzeit und überall mit drei einfachen Massnahmen verbessern:

Verbesserung 1: Kamera auf Höhe bringen

Ein Stapel Bücher, eine Tasche oder eine Kartonbox helfen schon ungemein. Optimal bringt man die Kamera in etwa auf Nasenhöhe. Jeder Zentimeter Höhe hilft dabei, das Doppelkinn zu vermindern.

Verbesserung 2: Kopfhörer und Mik nutzen

Die eingebauten Miks sind meist ganz passabel. Durch die Distanz von eurem Mund zum Mik mischt sich aber unvermeidbar der ganze Raum mit ein und das erzeugt Hall.

Besser ist es, wenn ihr ein Mik verwendet, das ihr ziemlich sicher immer dabei habt: das Smartphone-Headset. Praktischerweise habt ihr dann auch gleich Kopfhörer an, was Rückkopplungen und unschönes Pfeifen im Videocall abstellt.

Verbesserung 3: Licht optimieren

Wenn Bild und Ton stimmen, dann können wir noch etwas fürs Gesamtbild tun: Setzt euch frontal vor ein Fenster und nutzt das Tageslicht. Das lässt euch buchstäblich in gutem Licht erscheinen und ist meist vorhanden. Vermeidet Fenster hinter euch (Gegenlicht) oder auf der Seite (harte Schatten).

Ach, und achtet auf einen geraden Rücken, das lässt euch schlank und dynamisch erscheinen 🙂

Advanced

Befindet ihr euch immer am gleichen Platz für die Videocalls, lohnt es sich, diesen zu optimieren. Das mit den Videocalls wird noch ein wenig länger andauern, also können wir ja auch ein wenig in neue Hardware investieren.

Bei der Optimierung setzen wir an den gleichen drei Stellen an wie oben:

Bild: Kauft euch eine Webcam!

Eine externe Webcam hat eigentlich fast immer bessere Bildqualität als die eingebauten Kameras. Empfehlen kann ich zum Beispiel die Brio von Logitech, auch wenn die im Moment eher schwierig zu bekommen ist.

Falls ihr keine Extra-Kamera kaufen möchtet, dann nutzt euer Smartphone.

Ton-Empfehlung: USB-Tischmikrofon

Ein gutes Tischmikrofon kostet nicht allzu viel und löst grad mehrere Probleme:

Bei den Miks kann ich generell die Geräte von Rode empfehlen, zum Beispiel dieses hier.

Licht-Empfehlung: Ring-Licht

Gutes Licht verbessert euer Erscheinungsbild in Videocalls ungemein. Habt ihr kein Fenster zur Verfügung, müsst oft auch Abends videocallen oder möchtet das Licht besser kontrollieren, dann empfehle ich, mit einem einzigen Gerät zu beginnen: einem Ringlicht.

Ein solches leuchtet euer Gesicht von vorne weich und optimal aus und kann zusammen mit der Kamera ganz einfach auf einem kleinen Stativ montiert werden.

Braucht ihr eine Empfehlung? Voilà, Elgato hat ein perfektes Gerät im Angebot. Kostet ein bisschen was, ist aber solide, langlebig und bietet out of the Box ein Super-Licht.

Professional

Geht man noch einen Schritt weiter, dann sieht ein Arbeitsplatz schnell mal so aus.

Auf dem Bild sieht man meinen aktuellen Arbeitsplatz mit diversen Audio- und Videogadgets rund um mein Macbook herum.
Die Kabel zu all diesen Geräten möchtet ihr nicht sehen 🤷🏼

Beginnen wir wieder beim Bild: Ich habe auf dem Bildschirm zwar eine externe Webcam, allerdings nutze ich oft meine DSLR-Kamera. Diese ist über HDMI und einen Camlink-Adapter an den Mac angeschlossen und bietet eine Super-Auflösung. Mit verschiedenen Linsen und Einstellungen kann ich mich optimal ins Bild rücken.

Für den guten Ton hab ich nach langer Suche das VideoMic NTG von Rode entdeckt. Ich habe sehr viele Miks probiert und mit dem NTG hat Rode quasi die erlegende Wollmilchsau geschaffen. Anschliessbar per Klinke und USB, mit hervorragenden Soundeigenschaften und den perfekten Massen ist es mein ständiger Begleiter. Ich habe es an einem Galgen aufgehängt, der – als Verbesserung zum Tischmikrofon – jegliche Tastatur und Tisch-Geräusche absorbiert.

Bleibt noch das Licht: Wenn ich schon das Ringlicht von Elgato empfehle, dann gilt diese Empfehlung erst recht für die grösseren Brüder, die Keylights. Super weiches, aber intensives Licht, sehr stabil verarbeitet und detailliert steuerbar. Ich nutze es indirekt, in dem ich die Leuchten an der weissen Wand reflektieren lasse.

Ach, auch noch ein Tipp für eine kontrollierbare Licht-Situation: Bei IKEA gibt es recht günstige Rollos, die man auf Knopfdruck runter- oder rauffahren kann.

Für den Perfektionisten

Im Bild unter dem grossen Monitor seht ihr ein Streamdeck. Dieses Teufelskästchen erlaubt es mir, in einem Videocall auf Knopfdruck allerhand Schabernack zu treiben. Ich rufe Apps auf, schalte Kameras um, mute mein Mik und steuere die Beleuchtung.

Auf dem Bild sieht man noch einen (jetzt schwarzen) Monitor. Der gehört nicht zur Standardausrüstung. Den brauche ich als Steuerungsmonitor, wenn ich mit mehreren Kameraquellen parallel arbeite.

Nicht im Bild zu sehen ist ein Teleprompter, den ich in Videocalls gerne verwende. Nicht, um meinen Text abzulesen. Vielmehr spiegle ich mein Zoom-Fenster auf den Prompter und kann so den anderen Videocall-Teilnehmern direkter in die Augen schauen.

Ebenso nicht auf dem Bild vertreten ist ein Greenscreen, der einem in Kombination mit der richtigen Software nochmals ganz neue Möglichkeiten bietet. Zur Software dann aber mehr im Folgebeitrag.

Ach, übrigens: Ich bin weder von Elgato noch von Rode gesponsert. Ich habe mir diese Gerätschaften selbst gekauft und empfehle sie, weil ich sie für gut befinde.

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